Schon lange wollte ich eine Detox-Kur machen. Weil ich neugierig war, ob etwas dran ist an dem Hype. Ob ich mich hinterher tatsächlich besser fühlen würde. Und vor allem, ob ich genug Selbstdisziplin habe, um mich tatsächlich für ein paar Tage ausschließlich von Obst und Gemüse zu ernähren. Nach dem Abstillen war jetzt endlich der richtige Zeitpunkt, das zu testen.

Ich habe mich für ein Einsteiger-Programm zum Selbermachen entschieden. Zum einen, weil es deutlich günstiger ist als der Detox-Lieferservice. Und zum anderen, weil meine Kur möglichst von den Kindern unbemerkt ablaufen sollte. Denn ich möchte Entgiften und Abnehmen für meine Kinder nicht zum großen Thema machen. Sie sollen ihren natürlichen, unbeschwerten Umgang mit Nahrung möglichst lange bewahren. Deshalb: Ran an den eigenen Pürierstab!

Mein Detox-Tagebuch

Tag 1: Die Nacht war kurz – der Kleine ist um 5:40 Uhr wach. Normalerweise würde ich mir jetzt einen Kaffee kochen. Geht leider nicht. Denn Koffein ist bei Detox verboten. Stattdessen gibt es einen sehr leckeren Smoothie zum Frühstück. Meine Tochter würde gerne ihr Müsli gegen meinen Power-Drink tauschen. Es kostet mich ziemlich viel Überzeugungskraft, ihr das auszureden. Schließlich ist der Smoothie das Einzige, was ich bis mittags zu mir nehmen darf. Apropos: Den Vormittag überstehe ich nur dank viel Ablenkung. Die Wohnung muss geputzt und aufgeräumt werden. Ich kümmere mich vor allem um die Zimmer, die möglichst weit von der Küche entfernt sind. Denn bereits um 10:30 Uhr kann ich nur noch an das Mittagessen denken. Social Media ist tabu. Denn wieder einmal fällt mir auf, dass es auf Instagram und Co. vor Essen nur so wimmelt. Also mache ich das Handy aus. Als es endlich Mittag ist, genieße ich meinen Rohkostsalat wie andere ein Steak vom Kobe-Rind. Abends am Familientisch fällt es mir schwer, mit meiner Süßkartoffel-Suppe zufrieden zu sein. Oma war nämlich da und hat allerlei Leckeres zum Abendessen mitgebracht. Meinem Mann und den Kindern schmeckt es sichtlich.

Tag 2: Ich hatte erwartet, schon nachts mit knurrendem Magen aufzuwachen. Interessanterweise ist das nicht der Fall. Ich darf einen gemischten Früchteteller essen, der meinem normalen Frühstück sehr nahe kommt. Lediglich das Müsli fehlt heute. Gut, so ist meine Kur auch kein Thema für die Kinder. Es ist Freitag und der Wochenendeinkauf steht auf dem Programm. Ob mich wohl Heißhunger-Attacken überkommen, wenn ich an den prall gefüllten Supermarkt-Regalen vorbeigehe? Nein. Im Gegensatz zu Tag 1 habe ich den ganzen Tag über keinen nennenswerten Hunger. Der Smoothie am Mittag hält tatsächlich bis abends satt. Dann gibt es eine wunderbare Kohlrabi-Haselnuss-Suppe. Die werde ich garantiert auch nach Ablauf meiner Kur kochen. *

Tag 3: Samstag. Zu unserem Wochenend-Ritual gehört ein ausgedehntes Familienfrühstück mit frischen Brötchen. Papa und die Kinder machen das auch. Ich begnüge mich mit einem Porridge. Der Verzicht fällt mir allerdings nicht schwer, denn ich bin bekennender Porridge-Fan. Nach dem Frühstück machen wir einen Ausflug, um Heidelbeeren und Himbeeren zu pflücken. Ok, ich bin ganz ehrlich: Hier breche ich mit meinem Detoxplan. Aber immerhin ist es Obst, das ich zwischendurch auf dem Feld nasche. Also nicht so schlimm, sage ich mir. Mittags gibt es einen Gemüseteller mit Avocado-Dip. Zum ersten und einzigen Mal innerhalb von drei Tagen mag ich das Essen nicht besonders. Abends schmeckt es dann umso besser: Selbst die Kinder sind von der Paprika-Suppe begeistert. Toller Nebeneffekt: Dank Detox habe ich ein gesundes, kindgerechtes Rezept kennengelernt.

Als ich ins Bett gehe, bin ich richtig stolz auf mich: Ich habe es tatsächlich geschafft. Von meinem kleinen Heidelbeer-Ausreißer abgesehen.

Mein Fazit: Ja, es ist definitiv etwas dran am Detox-Hype. Der Verzicht ist mir weniger schwer gefallen als befürchtet. Ich fühle mich ab Tag 3 deutlich fitter und bin voller Energie. Der Bauch ist flacher und die Haut strahlender. Die Waage hat auch einen positiven Effekt zu verzeichnen. Natürlich wird der Gewichtsverlust wie bei jeder Radikal-Diät nur von kurzer Dauer sein. Aber Abnehmen stand für mich auch nicht im Vordergrund. Mir ging es vor allem darum, bewusst für ein paar Tage Verzicht zu üben. Und das werde ich jetzt sicherlich regelmäßig machen.

 

* Bilder von Tag 2 findet ihr übrigens in meinen 12von12.

 

4 replies on “Entzug für Mami: Drei Tage Detox, drei Tage Obst und Gemüse

      1. Echt!? Und mir hats schon fast physisch weh getan zu lesen was Du alles ‚darfst‘ und ’nicht darfst‘.
        Bei unserer Version ist einfach der Haushalt ‚clean‘. Da kann man von allem sooft und soviel essen wie man mag und braucht sich nix verbieten, nichts bedenken, nichts abwiegen, abmessen …. Und wenn die Gustos zu groß werden, gehen wir einfach essen. Das schränkt sich allein schon wegen der Finanzen ganz automatisch ein 😉

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