Ich stehe jeden Morgen zwischen sechs und halb sieben auf. Ins Büro fahre ich erst zwei Stunden später. Eigentlich sollte das ausreichend Zeit sein, um sich in aller Ruhe fertig zu machen. Aber Pustekuchen. Denn ich habe zwei kleine Kinder. Wer selbst Mutter ist, weiß genau, was das heißt. Kurz gesagt: Bei mir muss es morgens schnell gehen. Sehr schnell. Für die Auswahl meines Outfits habe ich etwa eine Minute. Damit trotzdem nicht jeden Tag Jeans und T-Shirt dabei herauskommen, habe ich mir ein paar Strategien angeeignet.

1. Vorausschauend einkaufen.

Alles fängt beim Einkaufen an. Wie oft habe ich mich im Laden in ein Stück verliebt, es begeistert gekauft und zu Hause festgestellt, dass es irgendwie doch zu nichts aus meinem Kleiderschrank passt? Sehr oft. Besonders gefährlich ist das zur Sale-Zeit, denn Kleidung ist um ein Vielfaches attraktiver, wenn wir das Gefühl haben zu sparen. Und sind wir doch mal ehrlich: Meist hätten wir das Teil zum Originalpreis nicht gekauft. Ich habe mir jedenfalls fest vorgenommen, nicht mehr in die Sale-Falle zu tappen. Oder zumindest nicht mehr so häufig.

Stattdessen versuche ich, in Kombinationen zu denken und beim Einkaufen ein komplettes Outfit im Kopf zu haben. So passt das neue Stück auch wirklich in meine Garderobe und hat die Chance, zum Lieblingsteil zu werden.

2. Best basics.

Je besser die Basics, umso schneller geht das Kombinieren. Meine Alltime-Favourites sind unter anderem eine weiße Hemdbluse, ein schwarzer Rollkragenpullover, ein Ringelshirt und ein weißes T-Shirt. Wenn es schnell gehen muss, entscheide ich mich meist für mindestens eines dieser Stücke. Weil sie so wunderbar wandelbar sind und mit den richtigen Partnern genauso ins Büro passen wie auf den Spielplatz.

3. Bei einem Farbschema bleiben.

Ich bin ein Freund von Schwarz, Weiß, Beige und Grau. Dazwischen mische ich ein paar Farbtupfer, der Großteil meiner Kleidung gehört aber in diese Farbwelt. Das macht das Kombinieren umso einfacher, weil die Farben miteinander harmonieren. Egal, welche Hose ich aus dem Schrank ziehe, ich habe garantiert mehrere Blusen, Pullover und Jacken, die farblich dazu passen.

4. Was zusammengehört, hängt zusammen.

Unter die gemusterte Bomber-Jacke muss unbedingt das rosa Shirt? In einem solchen Fall hänge ich die beiden Kleidungsstücke auch zusammen auf einen Bügel. Das erspart mir langes Suchen nach dem richtigen Kombi-Partner.

5. Im Zweifel: Ein Kleid.

Eigentlich habe ich heute morgen meine Lieblingsbluse angezogen und fühlte mich pudelwohl damit. Doch kurz bevor ich aus der Wohnungstür rauschen möchte, wischt der Nachwuchs seine Müsli-Finger daran ab. Kommt vor. Also schnell noch einmal umziehen. In solchen Fällen rettet mich ein schlichtes Kleid. Das passt immer und ist herrlich unkompliziert, weil ich mir keine Gedanken über Kombinationen machen muss.

6. Für Fortgeschrittene: Uniform Dressing.

Für die einen klingt es langweilig, für die anderen ist es die ganz hohe Kunst der Mode: Wer wirklich seinen eigenen Stil gefunden hat, weiß auch genau, welche Klamotten seine Persönlichkeit unterstreichen und was zu seinem Typ passt. Das Ergebnis: Er wird immer wieder zu ähnlichen Kleidungsstücken greifen und damit einen ganz persönlichen Look, eine Art Uniform, kreieren. Langweilig muss das nicht unbedingt sein. Wir alle haben ein Bild im Kopf, wenn wir den Namen Karl Lagerfeld hören. Wir sehen nicht nur sein Gesicht vor unserem geistigen Auge, sondern auch seine schwarzen Anzüge und seine weißen Hemden, die auf sagenhafte Weise einzigartig und trotzdem immer sehr ähnlich sind. Langweilig geht irgendwie anders.

Ich gebe zu: Mein persönlicher Stil ist für Uniform Dressing nicht weit genug entwickelt. Zudem bin ich dazu zu experimentierfreudig und probiere viel zu gerne neue Trends aus. Trotzdem glaube ich, dass Uniform Dressing etwas Verlockendes hat. In jedem Fall vereinfacht es das Leben.

Und einfach und unkompliziert ist doch genau das, was wir Mütter an einem stressigen Morgen brauchen.

10 replies on “Die easy peasy Alltagsgarderobe – Sechs Tipps für gestresste Mütter

  1. Das sind natürlich tolle Basics, die immer gehen! So wie Du das schilderst, ist man schnell überall gut angezogen, ohne auch nur ein Minütchen zuviel verschwendet zu haben, danke Dir dafür! Allerdings kann man gerade an stressigen Tagen doch mit einem supi-dupi-Outfit sein Ego ganz schön peppen! Wenn man dann eine tolle Grundgarderobe hat, so wie Du sie vorschlägst, kann man doch mit ein paar Mode-Extravaganzen seinen Stil so richtig stlyisch machen! Nachdem ich meinen Schank gerade auf einen guten Basic-Stand gebracht habe, der mittlerweile auch ein paar echte Schätzchen beherbergt, greife ich nun auch immer zu 4-5 Saison-Stücken, deren Inspiration ich mir direkt vor der Straße auf Fashion weeks oder auch aus z.B. Instyle oder Intouch hole. Da macht das Shoppen richtig Spaß! Alles Liebe, Nessy von Salutary Style

    Gefällt 1 Person

  2. Ich kenn‘ das leider alles auch viel zu gut. Vor zwei Jahren bin ich dann im Internet auf sogenannte Capsule Wardrobes gestossen. Daraufhin habe ich dann meinen Schrank mal radikal ausgemistet und habe angefangen, mir genau zu überlegen, was ich brauche und was mir auch wirklich gefällt. Ich bin dann bei den Farben navi, bordeaux und grau hängen geblieben. Zeitlose Farben, die mir stehen und untereinander sehr gut kombiniert werden können. Und obwohl mein Kleiderschrank nun um einiges leerer ist, finde ich viel schneller ein Tagesoutfit.
    LG, Tina

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s